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Gedicht „Englein“

Wie Gott die Englein zählte

Und merkte, dass ihm eines fehlte,
Sah er mich –
Und wählte

- Unbekannter Verfasser -

Gedicht "Schlussstück"

Der Tod ist groß

Wir sind die Seinen,
Lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen
Wagt er zu weinen
Mitten in uns. 

Rainer Maria Rilke

Grabrede eines Navajo-Indianers

Steht nicht an meinem Grab und weint,
ich bin hier nicht, ich schlafe nicht,
ich wehe als Wind auf rauer See,
ich strahle als Diamant auf weißem Schnee.
Ich scheine als Sonne auf reifes Korn.
Ich strahle als Stern in dunkler Nacht,
und wenn Ihr im Morgenlicht erwacht,
bin ich der Vogel,
der himmelwärts fliegt
aus dem Schwarm,
der ruhig seine Kreise zieht.
Steht nicht an meinem Grab und weint,
ich bin hier nicht.

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Gedicht "Mondnacht"

Es wär,als hätt der Himmel
Die Erde still geküsst
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt
Die Luft ging durch die Felder
Die Ähren wogen sacht
Es rauschten leis die Wälder
So sternklar war die Nacht
Und meine Seele spannte
Weit ihre flügel aus
Flog duch die stillen Lande
Als flöge sie nach Haus.   

Josef v. Eichendorff

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