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Gedicht "Blauer Schmetterling"
Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, Ein perlmuttener Schauer, Glitzert, flimmert, vergeht. So mit Augenblicksblinken, So im Vorüberwehn Sah ich das Glück mir winken, Glitzern, flimmern, vergehn.
Hermann Hesse
Gedicht „Englein“
Wie Gott die Englein zählte
Und merkte, dass ihm eines fehlte, Sah er mich – Und wählte
- Unbekannter Verfasser -
Gedicht "Schlussstück"
Der Tod ist groß
Wir sind die Seinen, Lachenden Munds. Wenn wir uns mitten im Leben meinen Wagt er zu weinen Mitten in uns.
Rainer Maria Rilke
Grabrede eines Navajo-Indianers
Steht nicht an meinem Grab und weint, ich bin hier nicht, ich schlafe nicht, ich wehe als Wind auf rauer See, ich strahle als Diamant auf weißem Schnee. Ich scheine als Sonne auf reifes Korn. Ich strahle als Stern in dunkler Nacht, und wenn Ihr im Morgenlicht erwacht, bin ich der Vogel, der himmelwärts fliegt aus dem Schwarm, der ruhig seine Kreise zieht. Steht nicht an meinem Grab und weint, ich bin hier nicht.
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Gedicht "Mondnacht"
Es wär,als hätt der Himmel Die Erde still geküsst Daß sie im Blütenschimmer Von ihm nun träumen müßt Die Luft ging durch die Felder Die Ähren wogen sacht Es rauschten leis die Wälder So sternklar war die Nacht Und meine Seele spannte Weit ihre flügel aus Flog duch die stillen Lande Als flöge sie nach Haus.
Josef v. Eichendorff
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